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Teneriffa ist die größte der sieben Kanarischen Inseln, gelegen zwischen den Breitengraden 28 und 29 N und den Längengraden 16 und 17 W: die anderen Inseln heißen, geordnet nach der Nähe zur afrikanischen Küste, Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria, La Gomera, La Palma und El Hierro. Teneriffa selbst befindet sich im Zentrum des Archipels, zwischen Gran Canaria und La Gomera, ca. 300 km vom afrikanischen Kontinent und ca. 1.500 km von der Iberischen Halbinsel entfernt.
Zu den Kanarischen Inseln gehören auch noch sechs Nebeninseln, von denen allerdings nur La Graciosa bewohnt ist, eine unmittelbare Nachbarinsel von Lanzarote und ihr daher auch politisch und Vewaltungstechnish unterstellt.
Teneriffa ist eine Insel vulkanischer Herkunft, die vermutlich im Tertiär entstanden ist. Sie besitzt eine eigentümlich dreieckige Gestalt und erstreckt sich auf 2.057 QLadratkilometer in einer vielffältigen und steilen Orographie. Um die Höhen und Höhenunterschiede deutlich zu machen, reicht es wohl zu sagen, daß sich mitten im Zentrum dieser relativ geringen Inselfläche der gewaltige Pico del Teide emporhebt, mit einer Höhe von 3.718 Metern der höchste Gipfel Spaniens.
Der nordöstliche Teil der Insel wird von einer Gebirgskette mit dem Namen Anaga durchzogen, die Teneriffa, von ihrer sehr langgezogenen und engen Spitze aus, in zwei steil abschüssige Abhänge teilt. Das Charakteristische der Inselgeographie aber ist wohl der Kontrast zwischen dem vornehmlich grünen, feuchteren Norden und dem ockerfarbenen, wesentlich trockneren und sonnigeren Süden.
Die geographische Struktur und die vielffältige Landschaft Teneriffas erinnern uns überall an ihren vulkanischen Ursprung; nicht nur der Nationalpark Parque Nacional del Teide, wo erstarrte Lava die bizarrsten Gebilde und eine Menge beeindruckender Naturszenarien geformt hat. Auch die fast senkrechten Abgründe manch einer Steilküste oder das schwarze bzw, rötliche Gesteinsmaterial, das als versteinerter Zeuge früherer Eruptionen zwischen der Gebirgsvegetation hervorschimmert, weisen auf die bis in jüngster Zeit gewaltige Vulkantätigkeit des Teide hin. Doch zurück zu Las Cañadas: Tatsächlich ist der jetzige Nationalpark nichts anderes als der größere von den zwei Kratern eines Vulkans mit doppeltem KegeL, dem Teide ein majestätischer, seit alters her von den prähispanischen Bewohnern der Insel als Gottheit verehrter Riese.
Das zerklüftete Geländerelief der Insel und die Klimavielfalt eneugen ein wahrhaftes Landschaftsmosaik, das von den bereits erwähnten steinernen Zeugnissen vulkanischer Aktivitäten bis hin zu dicht belaubten Tälern subtropischer Vegetation reicht; außerdem finden sich neben wüstenähnlichen auch bewaldete, gemäßigte Zonen, in denen für gewöhnlich ein flüchtiger Nebel mit windeseiligen und geisterhaften Wanderungen seine ständige Anwesenheit unter Beweis stellt. Die gewaltigen Höhenunterschiede auf Teneriffa erlauben uns regelmäßig, das aufregende Naturschauspiel des Wolkenmeeres zu beobachten; eine unverge&stlig;liche Erfahrung, wenn wir unter unseren Füßen eine bauschige und silbrigschimmernde Oberfläche betrachten, die bis zum Horizont reicht. Ohne unsere Phantasie übermäßig anzustrengen, scheint uns dann das Gefühl zu überwältigen, in schwereloser Leichtigkeit auf den Wolken wandern zu können.
Diese große Landschaftsvielfalt -den düsteren Steilküsten des Nordens, die zu ihren Füßen oft kleine Strandbuchten schwarzen Sandes verbergen, stehen die zugänglicheren und strandreicheren Küsten des Südens oder die ebenen und fruchtbaren Böden der Isla Baja (flache Insel) im Nordwesten gegenüber -findet Entsprechung im Variantenreichtum der Vegetation: Der Frühlingsginster und der farbenfrohe autochthon kanarische tajinaste in Las Cañadas (An den Abhängen des Vulkans findet sich auch eine Pflanze, die in unglaublichen Höhen gedeiht: das Teide-Veilchen); die Palme mit ihren diversen Artgenossen in den subtropischeren Gebieten, die zum großen Teil auch von einer großen Anzahl Bananenstauden bedeckt sind; Obst- und Laubbäume in manchen gemäßigten Regionen (Kastanien in den höheren Lagen von La Orotava, Mandelbäume, wenn man bei Vilaflor hinabsteigt); die Pinienwälder in größeren Höhen und der Feigenkaktus sowie die autochthonen, gegen die Trockenheit resistenten Pflanzen der südlichen Gefilde: tabaibas, cardones, verodes. Zur typisch kanarischen Artenvielfalt der Palmen und Pinien, erstere von einer schlanken Eleganz, letztere aufgrund evolutionärer Anpassung relativ widerstandsfähig gegen Feuer, müssen noch die Einzigartigkeit der Drachenbäume, der Dragos, hinzugefügt werden (die Bäume, um die sich die Mythen der ersten Inselbewohner ranken), und schließlich auch die letzten Bestände von laurisilva, lebende Pflanzenrelikte aus dem Tertiär, die nur noch in bestimmten Gegenden dieses Archipets zu finden sind; auf Teneriffa an den Berggipfeln des Anaga-Gebirges.
Im Winter, wenn es auf Weihnachten zugeht, bedecken sich die Felder einiger Zonen Teneriffas wie von selbst mit einem für diese Zeit besonders geeigneten Schmuck: dem Weihnachtsstern (flor de pascua). |